Elfe



York

Anreise am 02.12. ohne groessere Schwierigkeiten (das schwierigste war, sich um halb sechs aus dem Bett zu bewegen um um sechs das Haus zu verlassen und puenktlich um acht in Kings Cross zu sein - natuerlich war ich um sieben da, aber man kann bei den Londoner U-Bahnen leider nicht damit rechnen, dass man puenktlich ankommt und daher rechnete ich lieber mal die doppelte Zeit ein), allerdings erwies sich der vom Hotel angepriesene 10-Minuten-Fussweg als ein 25-Minuten-Fussweg vom Bahnhof... na ja. Und das Doppelbett als dermassen schmal, dass ich freiwillig noch ohne eine Probe-Nacht im Bett lieber aufs Sofa umgezogen bin. Immerhin war das Wetter einigermassen un-englisch und wir haben gleich ein wenig sight-seeing gemacht (ganz erstaunlich, was die Englaender so unter einem Weihnachtsmarkt verstehen... und warum sie ihre Weihnachtsbaeume mitten auf dem Marktplatz einzaeunen, ist mir auch ein Raetsel, aber es wird sicher seine Gruende haben) und unsere Tickets fuers Snooker abgeholt (das lief ungefaehrt so: 'wir haben tickets beim ticketmaster bestellt und wollten die gern abholen' 'aber ticketmaster-tickets kriegt man doch zugechickt?' 'ja, aber nicht wenn man eine deutsche kreditkarte hat.' 'oh. aber wir haben keine ticketmaster-tickets hier.... ich frag mal den chef.' dieser konnte das computer-system davon ueberzeugen, dass es die ticket-master-tickets ausdruckt...). Den Sonntag haben wir dann zum Weihnachts-Shopping genutzt, da das York Minster leider sonntags nicht wirklich besuchbar ist. Montag war Turnierbeginn, fuer meinen Teil mit David Gray, der Barry Pinches ganz alt aussehen lassen hat - und zwischendrin Joe Perry gegen einen ganz armen Micheal Judge, Dienstag war der Tag der Joes - sprich: vormittags und abends Swail gegen Delaney, und offen gestanden unverdienterweise hat Herr Swail das Match tatsaechlich noch gewonnen, was mir ja schon fast ein wenig leid tat (sein 'sorry Joe' zum Gegner laesst vermuten, dass es ihm nicht anders erging); und mittags die letzten zwei frames von Joe Perrys Match (und der Michael tat mir nicht nur fast, sondern ausgesprochen leid). Mittwoch und Donnerstag hat irgendein Scherzkeks beschlossen, dass meine drei Lieblinge gleichzeitig spielen duerfen, aber netterweise hat man Joe und Gerry an Tische vier und fuenf verbannt, wo viiiiiiiel Platz war, da Ronnie an Tisch drei sein Unwesen getrieben hat, und ich konnte problemlos den einzigen Sitz, von dem man beide Tische prima beobachten konnte, ergattern. Und auch wenn ihr's aus den Ergebnissen natuerlich nicht glauben werdet, die beiden Nordiren haben wirklich gut gespielt, hat halt nur mal wieder nicht ganz gereicht *grummel* Besonders Gerry lag irgendwann mal mit 7-5 vorne (nachdem er aus der ersten session aus einem 4-1 Rueckstand noch ein 4-4 fabriziert hat, was ich sehr bemerkenswert fand) was dem Willy wohl dermassen Sorgen bereitet hat, dass er gleich die naexten vier frames am Stueck gewonnen hat. Am Mittwoch durfte ich ausserdem dabei zuschauen, wie Ali Carter zum ersten mal diese Saison vernuenftig spielt und dann einen frame abgibt, weil er zu spaet aus dem Mid-Session kommt und natuerlich prompt 9-8 gegen Stuart verliert. Muss sehr interessant gewesen sein, viele der nicht-spielenden Turnierteilnehmer sind naemlich zum letzten frame rein geschlichen um sich das anzuschauen - ich hatte zu dem Zeitpunkt schon die Flucht ergriffen, weil ich mir denken konnte, wie das Match ausgeht, und ich ausserdem gerne jemanden schlagen wollte, was meine Sitznachbar bestimmt nicht lustig gefunden haetten. Das Rahmenprogramm um die letzte Session der Joe-Gerry-Matches am Donnerstag war schon besser, da hat naemlich ein flott spielender Alan McManus den Herrn Murphy nach Hause geschickt. War richtig nett anzuschauen Freitag war turnier-frei wegen Tischumbau, ausnahmsweise mal wieder gutes trockenes Wetter, und somit fuer uns sightseeing angesagt - sind einmal rund um York auf der Stadtmauer spaziert, haben das Minster besichtigt und ein wenig Hochwasser-Tourismus betrieben, da der Ouse munter ueber die Ufer getreteten ist, was die Yorker weniger erschreckt hat (macht doch ein unter Wasser gesetztes Pub Werbung als 'the famous pub that floods'), uns Touris allerdings schon. Waren nur froh, dass unser Hotel weitab vom Fluss war.
Samstag war wieder Snooker angesagt, allerdings fuer mich rein gar nix Sehenswertes (jaja, es mag halt nicht jeder den Hendry, und ich habe ihn dafuer gehasst, den Dave aus dem Turnier gekegelt zu haben), was dazu fuehrte, dass ich nach dem mid-session nicht wieder ins Dott-Match gegangen bin und die evening session ausfallen lassen hab (ich mag den Dave ja wirklich, aber bei seinem Spieltempo sich den Hintern auf den sehr engen Sitzen in einer wohl klimatisierten (sprich: schweinekalten) Halle plattzudruecken ist arg viel verlangt, wenn man das Ganze auch auf einer Leinwand im warmen Vorraum verfolgen kann). Sonntag Morgen hab ich mir das Ding-Ryan-Match zwangs-angeschaut, weil ich einen guten Platz fuers Ronnie-Match haben wollte, das dann nicht mal wirklich gut war. Und da hat man sich nach den GO grad mal fast mit Stephen Lee angefreundet, spielt der in der evening session einen derartigen Muell, dass man's gar nicht mit anschauen moechte. Aber eines war dann doch sehenswert an dem Abend. Die BBC hat ihre Sportler-Ehrung uebertragen und da Paul Hunter einen der Awards bekommen hat, kamen sie auf die glorreiche Idee, live nach York zu schalten bevor die Matches beginnen. Also hat man fleissig die eine Haelfte der Halle mit allem, was nicht rechtzeitig fliehen konnte, aufgefuellt (hinter uns sass Thekenpersonal, und einige Security hab ich auch im Publikum erspaeht), das Publikum im TV wohl auf die andere Seite rueber gespiegelt sodass es wirklich richtig voll aussah, und den Grossteil der Spieler aufmarschieren lassen. Die, die abends gespielt haben, sahen ja ordentlich aus, aber Joe Perrys ausgewaschener Kapuzenpulli, dessen Farbe nicht mal mehr definierbar war, Dings 'China' Trainingsanzug, Hendrys Strickjacke, Alans Kombination aus T-Shirt und Strickschal - das war fuer einen Fernsehauftritt schon recht fragwuerdig! Vor allem als Herr Hendry auch noch reinmarschiert und munter auf seinem Handy rumtippt... tss tss tss.
Nun ja, Montag Morgen war dann erst mal wieder die Heimreise nach London angesagt und ich dachte mir, bei dem Wind und dem Regen, der Sonntag Abend herrschte, lauf ich nicht um halb sechs morgens quer durch York sondern leiste mir ein Taxi zum Bahnhof. Hab das dann auch gleich abends vom Hotel bestellen lassen, auf zwanzig vor sechs. Als es am naexten Morgen um zehn vor sechs schon ankam, war dann ein wenig Hektik angesagt, zumal mein Zug natuerlich vom abgelegensten Gleis des Yorker Bahnhofs abfahren musste und es sich mit einem Koffer gar nicht so einfach Treppen rauf- und runterrennt... Nun ja, den Zug hab ich noch gekriegt, leider kam er mit einiger Verspaetung in London an und dann tobte das Chaos in der U-Bahn-Station - Schlange stehen um ueberhaupt den Bahnsteig zu erreichen war angesagt und hat keinen grossen Spass gemacht. Mit nur einer knappen Stunde Verspaetung bin ich dann im office angekommen.
Naextes Wochenende, selbes Spiel, wieder viel zu frueh in Kings Cross, fast puenktlich in York, vor dem zweiten Halbfinale noch ausreichend Zeit zum Fruehstuecken und nochmal-durch-York-spazieren. Und dann das Halbfinale Hendry-Dott. Und ich fragte mich, wo die angeblich so ueberragende Form des Herrn Hendry hin verschwunden ist? Nun ja, irgendwie hat's dann aber doch gereicht um das Halbfinale zu gewinnen. Das Finale war aus irgendwelchen mir unerfindlichen Gruenden (boese Zungen behaupten, es haette mit meiner Anwesenheit zu tun gehabt, aber das glaub ich natuerlich nicht) auch nicht so richtig gut - aber immerhin hat der Richtige gewonnen Und erstaunlicherweise verlief meine montaegliche Heimfahrt auch ganz gut - okay, ich bin dieses mal natuerlich zum Bahnhof gelaufen, man lernt ja dazu, aber der Zug war puenktlich (drei Minuten zu frueh in London!!!) und in London konnte ich gleich in eine U-Bahn umsteigen.
27.12.06 18:04
 


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